Editorial Flammende 8

Liebe Leser*innen,

Seit unserer letzten Ausgabe ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Aufmerksamen Kenner*innen des Kalenders fällt auf, dass das für ein Dritteljahresmagazin doch recht lang ist . Die Produktion des Magazins hat sich aus unterschiedlichen Gründe doch recht stark verzögert, weshalb wir die Winter- und Frühjahresausgabe zusammen gelegt haben. Ausschlaggebend war vor allem das ewige Hin und Her mit der Regierungsbildung sowie unsere organisatorischen Schwerpunkte (insbesondere die Wien Wahl).

Unter welchen Vorzeichen diese Wahl stattfindet, sieht sich Michael Märzen im ersten Artikel dieses Magazins genauer an. Der Text soll dabei aufzeigen, was das bedeutet, welche Politik nach der Wahl zu erwarten ist und wo Ansatzpunkte für linke Politik liegen können.

Das Stichwort Ansatzpunkte greift dann Mo Sedlak in seiner Analyse noch einmal auf. In dieser geht er auf die aktuelle ökonomische Lage (in Österreich und der Welt) ein und sieht sich an, was die marxistische Krisentheorie dazu sagt. Für alle Leser*innen, die da theoretisch noch nicht zu 100 % im Sattel sitzen, gibt es hier auch noch eine Einführung mit dazu.

Die globale Vernetzung hört natürlich nicht bei der Wirtschaft auf. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass der überraschende Erfolg der LINKEN bei den Wahlen zum deutschen Bundestag auch in Wien zum Objekt der Nachahmung wird. Was man sich am besten von den Methoden der Linkspartei abschauen sollte und wo eher Vorsicht geboten ist, hat Jaqueline Katherina Singh von der Gruppe Arbeiter:innenmacht für uns zusammengefasst.

Wer sich das Cover dieses Hefts vor dem Aufblättern angeschaut hat, vermisst in diesem Editorial noch ein Wort aus dem Titel. Und tatsächlich haben wir uns diesmal zwei Schwerpunkte gesetzt. In der zweiten Hälfte dieser Ausgabe widmen wir uns dem riesigen Themengebiet des Imperialismus. Aventina Holzer liefert eine Einführung in das Thema. Immerhin haben schon viele Theoretiker*innen mit diesem Begriff jongliert. Dieser einleitende Text hält fest, wie der Imperialismus in das marxistische Theoriegebäude passt.

Anschließend nimmt Flo Kovács die Abzweigung zu den postkolonialen Theorien. In seiner Kritik fasst er drei wichtige Vertreter*innen in den Blick und sieht sich an, was diese zu einem revolutionären antikolonialen Kampf abseits der Universitäten beizutragen haben.

Den Themenschwerpunkt schließt Alex Zora mit einer detaillierten Analyse der aktuellen Phase des Genozids an der Bevölkerung des Gazastreifens ab. Dabei wirft er auch den Blick nach Österreich und hebt hervor, welche Unternehmen hier mit ihren Waffen und Maschinen direkt an der Durchführung des Genozids beteiligt sind.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen und freuen uns über Rückmeldungen

Die Redaktion