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Metaller-KV: Erfolgreich über den Tisch ziehen lassen
Rückwirkend ab 01.11.2009 wurde in der fünften Verhandlungsrunde ein neuer Kollektivvertrag für die Maschinen und Metallwarenindustrie beschlossen. 170.000 Beschäftigte sind betroffen. Die KV-Löhne wurden um 1,5% und die Ist-Löhne um 1,45% erhöht. Der Metall-Industrie KV gilt seit langem als Vorreiter der anderen Verhandlungsrunden. Somit werden diese an dem schlechten Ergebnis der MetallerInnen gemessen werden. Die Verhandlungsergebnisse seit 2000 brachten jeweils Ist-Lohn Erhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent und lagen somit knapp über der offiziellen Inflation (die bekanntermaßen gutteils an Waren bemeßen wird, die für normale Erwerbstätige nicht zum Repertoire der regelmäßig erworbenen Güter zählen). So gesehen sind die 1,5% ein neuer Tiefen-Rekord! Auch wird es dieses Jahr keine Einmahlzahungen an die Beschäftigten geben. Diese machten in den letzten Jahren bis mehrere hundert Euro aus. Die so genannten ArbeitnehmerInnen-Vertreter geben sich siegreich und präsentieren das magere Ergebnis als großen Erfolg. Man habe in der Krise Verantwortung gezeigt und ein den Umständen entsprechend gutes Ergebnis herausgeholt. Völlig außen vor bleibt dabei, dass die KV-Ergebnisse der letzten Jahre in keinem Verhältnis zu den damals exzellenten Gewinnen in der Metallindustrie standen. Vor dem Hintergrund der Proteste von KindergärtnerInnen und StudentInnen und dem Unmut in den Belegschaften, der sich auch in einer Reihe von Betriebsversammlungen äußerte, wäre es ein leichtes gewesen, mit einer aktionistischen Kampagne starken Druck auf die UnternehmervertreterInnen auszuüben und ein deutlich besseres Ergebnis herauszuholen. Arbeitszeitflexibilisierung Als weiteren großen Erfolg versuchen uns die Gewerkschaftsfunktionäre zu verkaufen, dass mit diesen KV-Verhandlungen keine neuen Flexibilisierungsmaßnahmen beschlossen wurden. Diese sind damit aber nicht vom Tisch. Die Gewerkschaft zeigt sich für diese Themen, die in der Praxis bspw. längere Durchrechnungszeiträume für Überstunden (Zeitausgleich statt Auszahlung) bedeuten, gesprächsbereit und hat zugesagt, sie im Frühling 2010 zu führen. Stattdessen hätte man jetzt die Möglichkeit gehabt durch einen gemeinsamen Kampf mit den StudentInnen und KindergärtnerInnen die Forderung nach Flexibilisierung ein für alle Mal vom Tisch zu bekommen. Dass auf die Gewerkschaftsbürokratie kein Verlass ist, zeigt sich einmal mehr. Um zu verhindern, dass auf unseren Konten am Ende vom Geld noch mehr Monat bleibt, müssen wir Basisstrukturen aufbauen, in denen wir Beschäftigte unsere VertreterInnen auf Position und Vorgehensweise verpflichten, anstatt nach kämpferischem Gedönse als siegreiches Ergebnis der Verhandlungen reale Verschlechterungen präsentiert zu bekommen. Ebenso wollen wir gefälligst darüber abstimmen können, ob uns ein Ergebnis passt, oder eben auch nicht. Es braucht Urabstimmungen zu allen Verhandlungsergebnissen, anstatt diese zwischen den Spitzen von Gewerkschaft und Kapital ausverhandeln zu lassen.
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