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Die Arbeiterin in der Wirtschaftskrise

 

Von Katja Teran und Marta Perović

 

Gerade heute in der wirtschaftlichen Krise wird die jahrhundertelange Unterdrückung der Frau im kapitalistischen System sichtbarer denn je. Die herrschende Klasse versucht die von ihnen verursachte Krise durch massive Entlassungen, Lohnkürzungen und Kurzarbeitsverhältnisse auf die Arbeiterklasse abzuwälzen.

Gerade der Teilzeitsektor ist von starken Kürzungen betroffen. In diesem Bereich arbeiten vor allem Frauen: so sind über 42% der arbeitenden Frauen im Teilzeitbereich tätig, während dies bei den Männern nur knapp über 6% ausmacht. Außerdem machen Frauen bei den geringfügig Beschäftigten unglaubliche 70% aus. Gerade diese Arbeitsverhältnisse sind stets mit geringen oder gar nicht vorhandenen Sozialleistungen verbunden. Die herrschende Klasse setzt alles daran, die Folgen der kapitalistischen Wirtschaftskrise auf dem Rücken der ArbeiterInnenklasse abzuladen. Aufgrund ihrer zusätzlichen Unterdrückung als Frau werden die Arbeiterinnen besonders unter den Folgen der kapitalistischen Sparpolitik leiden.

 

Ursprung der Frauenunterdrückung

 

„Die Frau an sich ist sentimental, wird vor allem von ihren Gefühlen gelenkt und ist gebärfreudig! Deswegen sollte sie sich um die Erziehung der Kinder und den Haushalt kümmern. Männer hingegen haben Durchsetzungsvermögen und Stärke und sind daher wie geschaffen für die harte Lohnarbeit!“ Dieses Argument, der biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern wird oft als Begründung der gesellschaftlichen Stellung der Frau verwendet, dies stimmt aber nicht! Denn die Unterdrückung der Frau basiert auf ökonomischen Ungleichheiten und ist daher Hand in Hand mit der Entstehung von Klassengesellschaften entstanden. Durch die Verlagerung der wirtschaftlichen Macht in die Hände der Männer im Verlauf der Entwicklung der Produktion und der deswegen geförderten Bildung einer entsprechenden Familienstruktur wurde die Frau mehr und mehr in ihre jetzige unterdrückte Rolle in der Gesellschaft gedrängt.

 

Die Situation der Frau in der Krise

 

Die ökonomische Unterdrückung der Frau macht sich am Arbeitsplatz am sichtbarsten, was am besten am Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen zu erkennen ist: Frauen verdienen durchschnittlich 22% weniger als Männer.

Doch dies ist nicht der einzige gravierende Unterschied der Arbeitsverhältnisse zwischen Männern und Frauen, so erfährt die Frau eine doppelte Belastung, da sie sich sowohl um den Haushalt kümmern muss als auch aus überlebenswichtigen Gründen ihren Lebensunterhalt verdienen muss. Zählt man zu den geleisteten Arbeitsstunden auch noch die unbezahlte Hausarbeit dazu, so erkennt man enorme Unterschiede bei der wöchentlich geleisteten Arbeit zwischen Männern und Frauen: Frauen in Österreich arbeiten durchschnittlich 64 Stunden die Woche, während Männer im Schnitt 48 Stunden die Woche Arbeiten!

Die kapitalistische Wirtschaftskrise führt zu einer verstärkten Verarmung der gesamten ArbeiterInnenklasse. Wie sind proletarische Frauen von der Krise betroffen? Erstens nimmt die Arbeitslosigkeit dramatisch zu. In Österreich stieg die Zahl der Arbeitslosen im August 2009 – im Vergleich zum Vorjahr – um 30% an! Männer waren davon stärker betroffen (+39.9%) als Frauen (+19.7%)

Zweitens: Aufgrund der Tatsache, dass Arbeiterinnen v.a. in schlecht abgesicherten Arbeitsverhältnissen tätig sind, müssen sie verstärkt unbezahlte Überstunden machen fallen Lohnkürzungen zum Opfer.

Drittens müssen Frauen als Hauptverantwortliche für die Hausarbeit die Folgen der Krise abfangen. Sei es durch längeres Suchen in den Supermärkten nach billigen Lebensmittel, sei es durch mehr Kochen zu Hause statt auswärts essen.

Schließlich muss man davon ausgehen, dass mit der Krise und der Verarmung auch die häusliche Gewalt dramatisch ansteigen wird. Die Opfer dieser abscheulichen Entwicklung sind v.a. Frauen und Kinder.Junge Frauen haben es besonders schwer, da sie als Jugendliche ohnehin verstärkt in prekären Arbeitsverhältnissen gefangen sind und meistens nebenbei verpflichtet sind, sich im Haushalt zu betätigen, sich um ihre Geschwister zu kümmern und sich ihrer Bildung zu widmen.

 

Bürgerliche Antworten

 

Bürgerliche Parteien und Frauenrechtlerinnen antworten auf die Unterdrückung von Frauen in der Produktion meist mit diversen Quotenregelungen oder versuchen die Frau im bestehenden System gleichzustellen. Sie erkennen jedoch nicht die Klassengesellschaft als Ursache der Frauenunterdrückung. Ohne den Sturz des Kapitalismus gibt es auch keine völlige Gleichstellung der Frau in unserer Gesellschaft. Denn das kapitalistische Produktionssystem braucht einen Part, der unbezahlte Arbeit leistet um die Reproduktionsfähigkeit der ArbeiterInnenklasse aufrecht zu erhalten.

Auf die immer gravierenderen Auswirkungen der kapitalistischen Krise auf alle Arbeiter und v.a. Arbeiterinnen reagieren die Gewerkschaften mit ihrem allzu gewohntem Nichtstun. Auf die speziellen Probleme der Arbeiterinnen wird nicht eingegangen.

 

Gemeinsamer Kampf gegen Frauenunterdrückung!

 

Da die Befreiung der Frau im herrschenden System nicht möglich ist, sondern bedingt ist durch die Auflösung der Klassengesellschaft, ist der Kampf für die Befreiung der Frau auch der Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse. Deshalb ist es essentiell, dass Frauen und Männer gemeinsam aufstehen und Seite an Seite für ihre Rechte eintreten.

Die Liga der Sozialistischen Revolution (LSR) tritt ein für:

* Kampf gegen die Entlassungen, Lohnkürzungen und Kurzarbeit, durch Streiks und Fabriksbesetzungen.

* Gleiche Arbeit, Gleicher Lohn!! Gemeinsamer Kampf von Frauen und Männern gegen das ausbeuterische kapitalistische System

* Recht auf Abtreibung! Gratis Abtreibungsmöglichkeiten und Gratis Verhütungsmittel. Kondome, Hormonpflaster etc.

* Vergesellschaftung des Haushalts! Gratis Waschküchen, Kantinen und Kinderbetreuung, um der Frau eine aktive Rolle in der Produktion zu ermöglichen und sie von der doppelten Belastung durch die Hausarbeit zu befreien

 

 


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