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Antinationale kriminalisieren
demokratische und antiimperialistische Kräfte!
Kommentar zum Prozess gegen
Genosse Michael Pröbsting
(Name des Artikelverfasser der Redaktion
bekannt)
Am Di., 28. März 2006, wurde Genosse
Michael Pröbsting von einem Wiener Bezirksgericht wegen dem
Vorwurf der Körperverletzung schuldig gesprochen. Das Urteil ist
nicht rechtskräftig, da Genosse Pröbsting Berufung erhoben
hat. Den Vorwurf erhob Margit Kreutzer. Michael Pröbsting soll sie
am 9. März 2005 im KPÖ-Lokal 7*Stern an der Schulter
verletzt haben.
An diesem Tag war eine Veranstaltung des
antideutschen/antinationalen Café Critique geplant. Referent
sollte der Befürworter eines Krieges gegen den Iran und
US-Unterstützer Thomas Becker von der deutschen Zeitschrift
Bahamas sein. Der Titel: „Der Iran und die Bombe“. Etwa 50 Personen von
unterschiedlichen Organisationen und Einzelpersonen wollten – wie auch
der Artikelverfasser – diese Veranstaltung besuchen. Der Großteil
von ihnen bezog politisch einen antiimperialistischen Standpunkt. Das
passte den Veranstaltern jedoch gar nicht und so riefen sie die
Polizei. Die KPÖ ließ diese auch wohlwollend in ihr Lokal
und KPÖ-Bundesvorstandmitglied Waltraud Stiefsohn nahm dies auch
gleich zum Anlass die Veranstaltungsbesucher lauthals zu beschimpfen.
Danach wurden die Türen geschlossen und die Polizei ließ
für etwa eine Stunde niemanden den Raum verlassen. Die Fenster
blieben währenddessen geschlossen, die Belüftung
ausgeschalten und Getränkeflaschen wären ja sowieso
potentielle Waffen gewesen.
Als wir endlich gehen durften, saß
Margit Kreutzer vergnügt im Lokal 7*Stern …
Doch plötzlich soll sie von Michael
Pröbsting schwer verletzt worden sein! Die durch und durch
bürgerliche Richterin, glaubte ihr das auch prompt! Die Zeugen des
Angeklagten wurden verhöhnt. Respektlos forderte sie die Zeugen
des Angeklagten auf „mir in die Augen zu schauen, damit ich weiß,
ob sie lügen!“ Und das, obwohl Mary Kreutzer der Polizei zu
Protokoll gab, Michael Pröbsting hätte ihre Digitalkamera
zerstört, vor Gericht konnte sie sich aber plötzlich daran
nicht mehr erinnern!
Aber es ging um etwas ganz anderes. Fragen
wie: „Trugen sie Palästinensertücher?“, „Sangen sie Lieder
wie ‚Die Internationale’“ oder „Sympathisieren sie mit der Gruppe
ArbeiterInnenstandpunkt?“, bestimmten das Geschehen im Gerichtssaal.
Auf die Frage der Anwältin von Michael Pröbsting,
Dr. Anja Oberkofler, warum dies wichtig sei, folgte die Antwort:
„Es gehe um die Glaubwürdigkeit der Zeugen.“
Man verliert also seine
Glaubwürdigkeit, sobald man Kommunist ist, sobald man seine
Unterstützung mit dem Unterdrückten palästinensischen
Volk offen zeigt, sobald man die über hundert Jahre lange
Tradition der ArbeiterInnenbewegung hochzuhalten versucht! Doch ohne
der ArbeiterInnenbewegung, ohne ihre großen Führerinnen wie
Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, hätte sie als Frau wohl nie die
Möglichkeit bekommen, Rechtswissenschaften zu studieren!
Für die bürgerliche Justiz ging es
darum, antikapitalistische Kräfte zu kriminalisieren. Für die
Antideutschen/Antinationalen ging es darum, das antiimperialistische
Lager zu kriminalisieren.
Für beides musste Genosse Michael
Pröbsting her halten!
In einer Presseerklärung schrieb die
Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden im Nahen Osten
(EJJP-European Jews for a just Peace, www.ejjp.org):
„In der Bundesrepublik Deutschland ebenso wie in Österreich
sind wir gegenwärtig Zeugen einer Kampagne, die von jüdischen
und anderen Organisationen gegen Menschen – ganz gleich, ob
jüdischer oder anderer Herkunft – gerichtet ist, die ihre legitime
Kritik an der israelischen Besatzung äußern. Dies ist
völlig inakzeptabel. Israel kann keine größere
Immunität zukommen als jedem anderen Staat der Menschenrechte
verletzt.“
Dem können wir nur voll und ganz
zustimmen. Auch in Österreich erleben wir seit einiger Zeit eine
Schmutzkübelkampagne von zionistischer und pro-imperialistischer
Seite gegen UNS, das demokratische, antiimperialistische und
revolutionär-sozialistische Lager. Die Zielscheiben sind immer
andere, ob Denunzierung der AIK durch Karl Pfeifer gar im
bürgerlichen Sprachrohr Europäische Rundschau (Karl Pfeifer.
Antisemitismus, Antizionismus und die Linke. In: Europäische
Rundschau 02/2004. 81-88), ob Verleumdungen gegen Ludwig Watzal, gegen
die Steirische Friedenplattform oder wie in letzter Zeit gegen den
ArbeiterInnenstandpunkt, ebenfalls durch Karl Pfeifer.
Nun hat es Genosse Michael Pröbsting
getroffen. Es hätte aber jeden treffen können, jeden, der an
der Veranstaltung am 9.März 2005 hätte teilnehmen wollen, den
Veranstaltern aber nicht genehm war.
Gleichzeit müssen wir aber klar sagen:
Eine Partei, die nicht nur derartige Kriegstreiber, Zionisten und
Imperialismusbefürworter in ihren Reihen duldet, sondern diese
auch schützt, ihnen Räumlichkeiten zur Verfügung stellt
und Attacken gegen revolutionäre MarxistInnen über ihre
Homepage verbreitet, ist es nicht wert, sich „kommunistisch“ zu nennen.
Aber wir müssen uns fragen: Hat es
überhaupt noch Sinn, diese Bundes-KPÖ dazu aufzufordern, dass
sie sich von den pro-imperialistischen, antinationalen Elementen in
ihren Reihen trennen soll? Wohl kaum, veröffentlicht sie ja selbst
Hetzartikel gegen antiimperialistische Kräfte. Erst vor wenigen
Tagen konnten wir in einer ihrer Stellungnahmen lesen, dass sie eine
Veranstaltung mit einem Vertreter der Irakischen Patriotischen Allianz
(IPA), Jabbar al Kubaysi, seines Zeichens Folteropfer der US-Besatzung
im Irak, ablehnt. Ja, an der Seite der imperialistischen Handlanger der
USA, der Demokratische Partei Kurdistans oder der Kommunistiche
Partei-Irak, versucht die Bundes-KPÖ also Folteropfer das
Rederecht zu verweigern! (siehe: Keine Solidarität mit
Propagandisten des Mordens. Anmerkungen des Bundesausschusses der
KPÖ zu der von der AIK geplanten Diskussion mit Jabbar al Kubaysi
in Wien.) Die steirischen GenossInnen sind nur allzu gut zu verstehen,
dass sie eine solche Politik der Bundespartei nicht mittragen
können und auch nicht wollen.
Wir dürfen ein solches Verhalten, wie
es von den antideutschen Demagogen um Café Critique,
diejuedische.at oder Teilen der ÖH an den Tag gelegt, nicht
akzeptieren, die Linke darf vor diesem Druck pro-imperialistischer und
pro-zionistischer Kräfte nicht in die Knie gehen!
Das neueste Hobby der Antideutschen und
Antinationalen, allen voran Mary Kreutzers, ist es in Lateinamerika auf
„Antisemitensuche“ zu gehen. Und siehe da, sie ist auch fündig
geworden: Letztes Jahr im Context XXI (so nebenbei von ÖH und
SPÖ subventioniert!) konnten wir lesen, wieso Salvador Allende
eigentlich ein Faschist war und in der aktuellen Ausgabe des
linksliberalen Dandyblattes MALMOE finden wir sogar einen Artikel
über den Antisemiten Hugo Chavez! Damit machen sich Mary Kreutzer
und ihre Imperialistenclique nur selbst lächerlich und für
jeden halbwegs bei Verstand seienden Linken unglaubwürdig. Uns
kann es nur recht sein. Wir müssen dadurch ihr
Wasserträgerdasein für den Imperialismus nicht mehr
entlarven, das machen sie eh schon selbst.
Die Antideutschen/Antinationalen
Kriegshetzer glauben nun einen Sieg vor der bürgerlichen Justiz
errungen zu haben. Doch wir wissen, der Kampf hat gerade erst begonnen
und …
Die letzte Schlacht gewinnen wir!
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Aktionseinheit
„BUSH GO HOME!“:
Erste Beschlüsse wurden
getroffen
Die im Februar gebildete Aktionseinheit
gegen den bevorstehenden Besuch des US-Präsidenten und
Kriegsverbrechers George Bush im Juni traf bei ihrer jüngsten
Sitzung erste Beschlüsse. Die Sitzung war von der
TeilnehmerInnenzahl her fast doppelt so groß wie die
vorhergehenden Treffen, was auch eine Verbreiterung der
unterstützenden Organisationen widerspiegelt. So waren diesmal
vertreten (in alphabetischer Reihenfolge):
Anatolische Föderation,
Antiimperialistische Koordination, ArbeiterInnenstandpunkt, Arabischer Palästina Club, Austrian
Social Forum - Vorbereitungsgruppe, ATIGF - Föderation
der Arbeiter und Studenten aus der Türkei in Österreich,
HÖC - Front für Rechte und Freiheit, Funke, Gewerkschaft der
Privatangestellten - Jugend, Irakische
Gemeinde, Kommunistische Jugend
Österreich - Ost, Kommunistische Initiative, Leo Gabriel, Linkswende, Netzwerk gegen eine EU der Konzerne und Militärs, ÖDP - Partei für Freiheit und
Solidarität, Palästinensische
Gemeinde, REVOLUTION, Sozialistische Alternative,
Sozialistische Jugend Wien, Werkstatt für Frieden und
Solidarität.
Wir bereits berichtet, ist es das zentrale
Ziel der Aktionseinheit BUSH GO HOME!, eine Großdemonstration
während des Bush-Besuches zu organisieren. Ebenso wird es andere
Protestaktionen geben wie z.B. einen Schulstreik. (Eine
SchülerInnen-Aktionskonferenz zur Organisierung dieses
Schulstreiks findet am 26. April statt.)
In der Frage der RednerInnen bei der Großdemonstration einigten sich die TeilnehmerInnen darauf, daß jede am Bündnis teilnehmende und mobilisierende Organisation das prinzipielle Recht hat, eine/n RednerIn bei der Auftakt- oder Zwischenkundgebung zu stellen. Keiner Organisation steht das Recht zu, einer anderen das Rederecht abzuerkennen. Es wird angestrebt, die Zahl der RednerInnen zu einem späteren Zeitpunkt zu diskutieren, wobei angeregt wird - falls zu viele Organisationen eine/n RednerIn stellen möchten - daß sich jeweils mehrere Organisationen, bei denen dies möglich ist, auf eine/n gemeinsame/n RednerIn verständigen. Für die Abschlußkundgebung sollen möglichst prominente, repräsentative Gäste als RednerInnen eingeladen werden. Konsens besteht darüber, daß George Galloway (GB), Cindy Sheehan (USA) und Awni Al Kalemji (Irak) eingeladen werden. Zu Kalemji, der der Irakischen Patriotischen Allianz (IPA) – einer breiten politischen Widerstandsbewegung im Irak – angehört und im Exil in Dänemark lebt, wurde festgehalten, daß falls seine Teilnahme nicht möglich sein sollte (er wurde z.B. im März bei einer Solidaritätsveranstaltung in Deutschland kurzfristig verhaftet), ein anderer Vertreter der IPA sprechen soll. Eine Erweiterung dieser Liste ist noch möglich und wird angestrebt.
Bezüglich des Aufruftextes wurde nach längerer Diskussion entschieden, mit der endgültigen Ausformulierung des Textes ein 5-köpfiges Redaktionsteam zu beauftragen. Der Aufruf soll endgültig bei der nächsten Sitzung der Aktionseinheit beschlossen werden. Explizit festgehalten wurde, daß eine Formulierung gefunden werden soll, die das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes zum Ausdruck bringt.
Mit der endgültigen Version des
Aufrufes und einer breiten UnterstützerInnenliste werden wir uns
dann am 1. Mai an eine breitere Öffentlichkeit wenden. Auch
wenn sicherlich noch weitere Fragen geklärt werden müssen, so
stimmen uns die bisherigen Fortschritte beim Aufbau eines breiten,
kämpferischen Bündnisses zuversichtlich, daß es uns
gelingen wird, einen entschlossenen Widerstand gegen den Bush-Besuch zu
organisieren.
6. April 2006
Otto Bruckner
Michael Pröbsting
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Wir leben in
einer großen Demokratie
Von Stefan Gröbner
Als Revolutionäre, die für eine
sozialistische Rätedemokratie kämpfen, dürfen wir nie
den Klassenkampf in all seinen Schattierungen übersehen.
Unterdrückung und Klassenkampf tritt nicht nur in Betrieben,
sondern beispielsweise auch in Form des Kampfes einer junger Frau
namens Alex gegen das Sozialamt auf. Dabei sind Institutionen wie das
Sozialamt, die sicherlich auch notwendige Aufgaben erfüllen, nicht
abgetrennt und unabhängig vom bestehenden System, sondern mit dem
herrschenden Kapitalismus verbunden.
Wir leben in einer großen Demokratie.
Alle Bürger können scheinbar gemeinsam bestimmen, was der
Staat für eine Politik macht. Jeder Mensch hat scheinbar
grundsätzlich die Möglichkeit selbstständig zu
entscheiden, wie er sein Leben gestaltet. Diese Aussage ist richtig
für Individuen, aber nicht wahr für unsere Gesellschaft. Dem
Gesamten kommt mehr zu als der Summe der Einzelheiten. Denn jeder
Einzelne hat die Möglichkeit sich zu verwirklichen – im Gegensatz
zum Feudalismus, als die Klassenzugehörigkeit auf die Abstammung
gebunden war, gibt es heute keine Beschränkung - aber wenn auch
ein Kind aus der Vorstadt theoretisch Millionär werden kann, so
niemals alle Kinder einer Vorstadt; es bleibt immer
der Aufstieg einer Minderheit zu Lasten der Mehrheit. Die Vorzüge
des Kapitalismus bleiben einer kleinen Gruppe vorbehalten. Weder hat
die bürgerliche Politik die Demokratie als Grundlage noch der
Kapitalismus die Gleichberechtigung.
In Frankreich etwa wurden die demokratischen
Bürgerrechte so lange nicht in Frage gestellt, so lange sie
für das Kapital unbedrohlich waren. Als z.B. im vergangenen
November bei der französischen Vorstadtjugend das Bedürfnis
bestand, diese Rechte als Kampfmittel zu verwenden, wurde der Notstand
ausgerufen. Den Bürgern wurde verboten, sich immer und
überall frei zu bewegen und sich zu versammeln.
Was aber ist die Grundlage im Kapitalismus,
wenn nicht die Demokratie? Als Kommunisten beurteilen wir jemanden
nicht nach dem, was er/sie sagt, sondern nach dem was er oder sie tut.
Sind Chirac und Villepin vielleicht nur naiv, weil sie versucht haben
die Jugendarbeitslosigkeit zu senken, und jetzt auf unerwarteten
Widerstand stoßen und falsch darauf reagieren? Würden es
ihre Nachfolger vielleicht besser machen?
Wenn wir nicht darauf hören, was uns
die Politiker der herrschenden Klasse sagen, sondern darauf blicken,
was in Folge passiert, sehen wir, daß in Frankreich die Rechte
der MigrantInnen drastisch reduziert wurden und die jungen
ArbeiterInnen und Angestellte attackiert werden. Die Tatsachen zeigen,
daß die Arbeiterklasse angegriffen wird. Von außen mit den
losesten und unorganisiertesten Teilen beginnend, bis der
geschwächte Kern direkt attackiert werden kann. Politik und Staat
sind dem Kapital verpflichtet, und Demokratie, Wohlstand oder Recht auf
Arbeit sind nur die aufgesetzten Masken.
In allen wesentlichen Teilen unseres Staates
bestimmt nicht die Demokratie, sondern bestimmen undemokratische
Institutionen, die darauf ausgerichtet sind, die bestehende
Ungerechtigkeiten einzuzementieren. Dort wo der Widerstand groß
ist, und der Spielraum des Staates gering ist, werden diese
Institutionen repressiv vorgehen (Staaten der sogenannten Dritten Welt
sind im wesentlichen nicht undemokratischer eingestellt, sondern die
Möglichkeiten Zugeständnisse zu machen sind dort bei Weitem
geringer). Wo das Kapital die Möglichkeit besitzt, wird es im
Kampf mit den ArbeiterInnen und Angestellten zurückweichen, indem
es eine Idylle von Mitbestimmung und Gleichberechtigung für den
Kern der Arbeiterklasse aufbaut. Dadurch kann das Kapital wesentliche
Teile der ArbeiterInnen und Angestellte aus dem Klassenkampf
herausreißen und ruhig stellen.
Da aber der Kapitalismus auf wachsenden
Klassengegensätzen beruht, wird das Erreichte immer nur zeitlich
beschränkt sein, und im nächstbesten Moment werden die
Zugeständnisse (wie Sozialleistungen, höhere Löhne,
freier Bildungszugang usw.) zurückgenommen.
Die Institutionen übernehmen dabei eine
wichtige Funktion, und obwohl sie notwendige Arbeit leisten, darf das
nicht über ihren wahren Charakter hinwegtäuschen. Die Polizei
etwa mag in bestimmten Situationen Freund und Helfer alter Damen bei
einer befahrenen Straße sein, sie sind es aber sicherlich nicht
für MigrantInnen. Die Justiz bestraft Räuber, aber die
Objektivität hört schnell auf, wenn Staat oder Kapital selbst
als Räuber in Aktion treten. Das Jugendamt schützt unsere
Kinder vor der Willkür von Eltern, aber der Schutz wird zum
Angriff, wenn die Eltern nicht in das Weltbild passen.
Weder Richter noch Jugendarbeiter werden
demokratisch gewählt oder abgesetzt. In Beiden konzentriert sich
in Einzelpersonen eine ungeheure Macht. Im Schnellverfahren bestimmen
sie oft über das Schicksal von Menschen, und es gibt keine Lobby
der Benachteiligten im Kapitalismus. Einen richtigen Ausweg gibt es
innerhalb des Kapitalismus nicht, aber deswegen muß „jeder
Kampf und sei er noch so klein, um die Lebensbedingungen hier und jetzt
zu verbessern“ unterstützt werden und eine „Brücke vom
Heute zur Befreiung der Arbeiterklasse“ (ArbeiterInnenstandpunkt -
Wofür wir kämpfen) werden.
Ein solcher Kampf ist der Streit einer
jungen Frau mit dem Jugendamt, das sich bei einem Krankenhausaufenthalt
einschaltete. Der Vorwurf, daß die Mutter die Kinder nicht gut
genug versorgen würde, war bald unwesentlich, aber weil die Frau
nicht in das Weltbild der Sozialarbeiterin passt, muß sie nun um
das Sorgerecht bangen. Die antiautoritäre Erziehung und die
Miteinbeziehung der Kinder in alle Entscheidungen wird schlichtweg als
Partnerersatz abgestempelt. Die Versuche der Frau, sich gegen die
Willkür zu wehren, werden als unkooperative Einstellung bezeichnet
(was im Widerspruch zu den Berichten des Krankenhause steht). Da sich
das Jugendamt nicht genügend Zeit nimmt, sich mit der Situation
der Familie ausführlich zu beschäftigen, werden
Entscheidungen schnell und ohne genau Analyse getroffen. Die junge Frau
wird automatisch in die Defensive gedrängt und ihr wird klar
gemacht, daß sie auf das Gutdünken des Jugendamtes
angewiesen ist. Es findet eine Vorverurteilung und Unterdrückung
statt, die nichts mehr mit dem Wohl der Kinder zu tun hat.
Wir sind gegen das Recht von Eltern,
ausschließlich über das Wohl ihrer Kinder entscheiden zu
können. Kindern gebührt der besondere Schutz gegen jegliche
psychische und physische Gewalt, aber wir sprechen dem Jugendamt die
Berechtigung ab, über das Leben der jungen Frau zu urteilen und im
Schnellverfahren Urteile über sie zu fällen, die auf
Mutmaßungen basieren. Wir akzeptieren nicht, daß einzelne
Personen Beurteiler und Richter sind und ihr Urteil die einzige
Grundlage für das Sorgerecht ist. Wir sind vielmehr dafür,
daß die Gemeinschaft für das Wohl der Kinder sorgen
muß. Kinder müssen in Tagesheimen eine unentgeldliche,
weltliche und allseitige - dem Alter entsprechende - Bildung erfahren,
für die die Lehrer und Eltern gemeinsam verantwortlich sind, und
die Kinder selbst in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen
werden, da wir glauben, daß Kinder sehr wohl in der Lage sind,
mitzubestimmen. Lehrer als auch Sozialarbeiter müssen wählbar
und abwählbar sein. Nur so kann die Willkür gestoppt werden,
und den Kindern bestmöglichste Ausbildung und Kindheit garantiert
werden.
Daher Solidarität mit Alex und ihren
Kindern!
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Freitag,
14. April 2006, 19.00, Amerlinghaus
90
Jahre irische Unabhängigkeitserklärung:
Was
blieb vom Kampf um die Freiheit?
Offenes Treffen des
ArbeiterInnenstandpunkt
Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8,
1070 Wien (U3 Neubaugasse)
Mittwoch, 26. April
18.00
Machen wir Wien zur
Anti-Bush-Stadt!
Aktionskonferenz zur
Organisierung eines Schulstreiks gegen den Bush-Besuch um den
21. Juni
Aktionskonferenz von
REVOLUTION
Wo: Amerlinghaus, Stiftg. 8,
1070 Wien (U3 Neubaugasse)
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Montag, 1. Mai, ab 9.00
Internationalistische
1. Mai-Demonstration
Ort: vor der Oper (U1, U4
Karlsplatz), 1100 Wien
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ArbeiterInnenstandpunkt:
Stiftgasse 8, 1070 Wien
E-Mail: info@arbeiterinnenstandpunkt.net
Tel.: 0650/406 83 14
http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net
Revolution
Stiftgasse 8, 1070 Wien
E-Mail:
onesolutionrevolution@gmx.at
http://www.revolution-austria.at/
Die website der Liga
für die 5. Internationale (LFI): http://www.fifthinternational.org/
Weitere websites der LFI:
http://workerspower.com/
(Britannien)
http://www.arbeitermacht.de/
(Deutschland)
http://www.arbetarmakt.com/
(Schweden)
http://www.pouvoir-ouvrier.org/
(Frankreich)
http://sop.revoluce.info
(Tschechische Republik)