Red Newsletter 203
Informationsdienst
des ArbeiterInnenstandpunkt, 15. März 2006
Inhalt
(2) Streik im
Öffentlichen Dienst in Deutschland: Der Kampf spitzt sich zu
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Internationaler
Aktionstag gegen Krieg und Besatzung anläßlich des
3. Jahrestages des imperialistischen Überfalls auf den Irak
Kommenden Samstag, den
18. März, findet eine Demonstration gegen imperialistischen
Krieg und Besatzung statt, die ArbeiterInnenstandpunkt und REVOLUTION
gemeinsam mit einer Reihe anderer Gruppen organisieren. Wir rufen alle
GegnerInnen von Krieg und Besatzung zur Teilnahme an dieser
Demonstration auf, denn heute ist es mehr denn je notwendig, den
Widerstand auf die Straße zu tragen.
Erst gestern überfiel die
israelische Besatzungsarmee das palästinensische Gefängnis in
Jericho und entführte Ahmad Saadat, den Generalsekretär der
linken Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) sowie eine Reihe
weiterer palästinensischer Widerstandskämpfer. Ebenso zeigen
auch die jüngst veröffentlichen Pläne der israelischen
Regierung von Ehud Olmert über die zukünftigen Grenzen des
Staates Israel die Entschlossenheit des Zionismus, sich weitere Teile
Palästinas einzuverleiben und den Rest in ein großes
Freiluftgefängnis zu verwandeln, umgeben von einer Apartheid-Mauer.
Deswegen bekunden wir heute
einmal mehr unsere Solidarität mit dem palästinensischen
Befreiungskampf gegen den israelischen Staat. Zionismus bedeutet
Unterdrückung und Vertreibung. Deswegen kann der Ausweg nur in der
Zerschlagung des Staates Israel als ein zionistisch-rassistisches
Gebilde liegen und dem Aufbau eines gemeinsamen arabisch-jüdischen
Staates auf demokratischer und sozialistischer Grundlage.
Auch die Serie von
tagtäglichen Anschlägen gegen Zivilisten im Irak
verdeutlichen, in welche Katastrophe das Land durch die
US-amerikanische Besatzung geschlittert ist. Imperialistische
Herrschaft bedeutet nicht Friede, sondern Krieg, nicht Demokratie,
sondern Unterdrückung. Deswegen solidarisieren wir uns mit dem
nationalen Befreiungskampf des irakischen Volkes. Dieser Freiheitskampf
hat nichts mit reaktionären Anschlägen auf Zivilisten zu tun.
Solche Anschläge spalten das Volk und dienen nur den Besatzern (so
diese Anschläge nicht überhaupt auf das Konto des
Besatzungsregimes gehen). Die Distanzierung diverser Pseudo-Linker vom
gerechtfertigten militärischen Kampf der irakischen Partisanen
gegen die amerikanischen Besatzer und ihre Helfershelfer bestätigt
einmal mehr Lenins Worte, daß der Pazifismus nur der
nützliche Idiot des Imperialismus ist.
Eine der wichtigsten Fragen der
gegenwärtigen Weltlage ist die drohende imperialistische
Aggression gegen den Iran – sei es in Form von Sanktionen bis hin zu
einem offenen militärischen Überfall. Auch wenn wir das
reaktionäre Regime in Teheran ablehnen, so entbindet das uns nicht
der Verantwortung, den Iran gegen den Imperialismus zu verteidigen.
Denn der herrschenden Klasse in den USA und der EU geht es ja nicht um
Demokratie und Menschrechte, sondern um die Kontrolle des iranischen
Erdöls und die Beseitigung eines widerspenstigen Staates, der den
geostrategischen Plänen des Imperialismus im Wege steht. Deswegen
steht die Demonstration am 18. März für uns auch unter
dem Motto: Hände weg vom Iran! Verteidigt den Iran gegen den
Imperialismus!
18. März: DEMONSTRATION
Wir wollen keine Komplizen der
US-Verbrechen sein!
Treffpunkte/Demonstrationsroute:
14.30, Wien Oper
15.30, Stephansplatz
17.00 US-Botschaft
Der offizielle Aufruftext
lautet:
* Schluss mit der Besatzung von
Irak und Palästina!
* Frieden durch
Selbstbestimmung!
* Unterstützt den
Widerstand des irakischen, palästinensischen und afghanischen
Volkes!
* Stoppt die Aggression gegen
Syrien und Iran!
* Keine Unterordnung unter US-
und EU-Interessen!
Unterstützer:
Antiimperialistische
Koordination,
Arabischer Palästina Club,
Palästinensische Gemeinde,
Irakische Gemeinde,
Syrische Gemeinde,
Kommunistische Initiative,
ArbeiterInnenStandpunkt,
REVOLUTION,
SJ Stamokap,
KJÖ - Ost
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Streik
im Öffentlichen Dienst in Deutschland:
5 Wochen Streik: Der
Kampf spitzt sich zu
(aus: Arbeitermacht-Infomail
Nr. 250, der Informationsdienst der Arbeitermacht, deutsche
Schwesterorganisation des ArbeiterInnenstandpunkt)
Am 6.3. fand in Stuttgart eine
Großdemonstration mit mehr als 25.000 TeilnehmerInnen statt,
diese richtete sich gegen die Landesregierung von
Baden-Württemberg und speziell gegen den Stuttgarter
Oberbürgermeister Schuster und den zuständigen
Bürgermeister Murawski. Ein breites Bündnis von
Gewerkschaften zeigte Solidarität mit den Streikenden von verdi.
Die IG Metall, die IG BAU und einige Flaggen der IG BCE zeigten, dass
die Gewerkschaften im Ländle den Streik unterstützen.
Mehr als vier Stunden dauerte
die Protestaktion, eine Eröffnungskundgebung und eine
Abschlussveranstaltung rundeten die gelungene Demo ab. Von politischer
Seite war besonders die WASG mit ihrem Spitzenkandidaten Riexinger
präsent, als einzige Partei zeigte sie Unterstützung für
den Streik und hatte auch einen eigenen Stand bei der
Schlusskundgebung. Neben uns - der Gruppe Arbeitermacht -
unterstützten andere Gruppierungen und lokale Bündnisse den
Streik, wie die RAS (Revolutionäre Aktion Stuttgart), die SAV und
die MLPD.
Die Stimmung an der Basis ist
heiß und auf Arbeitskampf eingestellt, zu viele
Zugeständnisse mussten die Beschäftigten des ÖD in den
letzten Jahren hinnehmen. Weihnachts- und Urlaubsgelder wurden
drastisch gekürzt oder komplett gestrichen, durch vorherige
Arbeitszeitverlängerungen viele Stellen im ÖD abgebaut.
Dies zeigte sich auch auf einer
Streikversammlung im Stuttgarter Bürgerhospital. Neue,
unverschämte Forderungen der öffentlichen Arbeit“geber“
mobilisieren die Angestellten zum Streik. Gerade in den Klinikbetrieben
wird seit Jahren massiv gespart, Klinikzusammenschlüsse werden von
oben angeordnet, somit Stellen abgebaut und den Beschäftigten
werden Lohnkürzungen abgerungen.
Leider fehlt in Stuttgart die
Unterstützung der höheren Angestellten und insbesondere der
Ärzte - diese erwiesen sich im Streik zum Handlanger der
Arbeitgeber. In den Krankenhäusern wurden Notdienstvereinbarungen
für den Streik getroffen, die Ärzte forderten immer mehr
Personal als nötig war, zogen Operationen vor und versuchten so,
den Streik zu behindern. Es sind besonders die einfachen Angestellten
und ArbeiterInnen (technisches Personal, Pflege,
Reinigungskräfte), die den Streik tragen; vor allem sie haben die
Einsparungen der letzten Jahre massiv zu spüren bekommen. Gerade
die Konflikte an den Kliniken werden von den Medien aufgegriffen, dort
wird teilweise abartige Propaganda betrieben - angeblich gefährden
die Streiks von einigen Hundert Angestellten das Leben der Patienten.
Das ist besonders irreführend, da nach dem Willen der Kommunen
ohnehin viele Stellen eingespart werden sollen. Beim angesprochenen
Bürgerhospital geht man von 180 Stellen aus, die bei erhöhter
Wochenarbeitszeit gestrichen werden können.
Von den drei Kliniken zogen
dann auch mehr als 500 Streikende zur Demo, zuvor gab es vor dem
Klinikum noch einen Redebeitrag. Dort wurde auch die bislang
spektakulärste Streikaktion unterstützt: am Wochenende vor
der Demo wurde die Müllverbrennungsanlage der Stadt Stuttgart
blockiert, mehr als 80 LKW mussten ihre Fracht wieder zu den Deponien
fahren, diese Aktion kostete die Stadt eine Viertelmillion Euro.
An dieser Aktion zeigt sich,
dass die Möglichkeiten dieses Streiks noch lange nicht voll
ausgenutzt werden. Ver.di-Chef Bsirske sagte offen: „man müsse
anfangen zu überlegen, ob man nicht in den Bereichen streikt, in
denen auch private Unternehmen getroffen werden“. Erst nach fünf
Wochen darüber nachzudenken, zeigt ein weiteres Mal die
Unfähigkeit der Gewerkschaftsführung, dem Willen ihrer Basis
Rechnung zu tragen. Jede entschlossene Gewerkschaftsführung
würde in diesen Bereichen mit dem Streik anfangen, um den Druck
auf die öffentlichen Arbeit“geber“ zu erhöhen.
Man stelle sich vor, das
Flughafenpersonal hätte im winterlichen März gestreikt, die
Autobahnmeistereien wären komplett in den Streik getreten, die
gesamte Logistik der süddeutschen Wirtschaft hätte immensen
Schaden genommen und die öffentlichen Arbeitgeber wären dann
von den privaten Unternehmen unter Druck gesetzt worden, den Streik zu
beenden.
So haben wir es leider mit
einer Spitze zu tun, die in der Person von Bsirske den Abschluss in
Hamburg vor den Streikenden in Stuttgart lobt und in jedem dritten Satz
die eigene Kompromissbereitschaft beteuert.
Er verweist auf die „arme Stadt
Hamburg“ die den Abschluss unterschrieben hat und wettert gegen die
böse „reiche Stadt Stuttgart“, die keinen Kompromiss haben will.
Dies führt die Beschäftigten in die Irre, hier wird zwischen
„guten und schlechten Arbeitgebern“ unterschieden. Nicht der
Generalangriff auf die öffentlichen Beschäftigten wird
thematisiert - denn dann müsste Bsirske über sein eigenes
„Reformwerk“ sprechen, welches er mit dem Bund und den Beamten
ausgehandelt hat und das Tür und Tor für die jetzigen
Angriffe geöffnet hat. Dort sind die Arbeitszeitregelungen
geöffnet worden, dort wurde die Flexibilisierung, sprich
Erhöhung der Arbeitszeit, festgeschrieben. Dann müsste
Bsirske vom Inhalt der „vorbildlichen“ Hamburger Vereinbarung sprechen,
die für die Beschäftigten insgesamt eine
Arbeitszeitverlängerung vorsieht!
Diese „Flexibilität“ war
auch Thema der Beschäftigten im Krankenhaus. Ein älterer
Arbeiter fand Gefallen an einer Arbeitszeitverkürzung, bekam aber
auch die Antwort eines jüngeren Kollegen, der nicht damit
einverstanden ist, dass er die Verkürzung auf der einen Seite mit
eigener Verlängerung der Arbeitszeit ausbaden muss. Er
argumentierte auch, dass er sowieso alle Reformen ausbaden muss, sei es
Rente oder Gesundheit, gleichzeitig auch noch Kinder in die Welt setzen
soll – besonders Letzteres aber schwieriger wird, wenn er mehr arbeitet
und weniger „Freizeit“ hat.
In vielen Gesprächen wurde
klar, dass die Beschäftigten bereit sind, lange und intensiv
für ihre Rechte zu streiken, sich aber auch über mangelnde
Unterstützung von KollegInnen beschweren und davon ausgehen, dass
am Ende ein Kompromiss rauskommt, der nicht alle ihre Forderungen
erfüllt. Sie berichteten von früheren Arbeitskämpfen mit
mehr Beteiligung und einer größeren Organisierung in den
Betrieben. So sind beim Bürgerhospital heute nur noch etwas mehr
als 10 % organisiert.
Andererseits können die
aktiven GewerkschafterInnen auch über Unterstützung durch
Nicht-Gewerkschafter berichten und über neue Eintritte
während des Streiks. Nur durch erfolgreiche Arbeitskämpfe
können die Gewerkschaften ihre „Attraktivität“ erhöhen
und dem Mitgliederschwund begegnen.
Der Streik steht vor einem
Wendepunkt. Für Kommunen und Länder ist der Angriff
keineswegs „nur“ ein Tarifkampf. Es geht neben der Arbeitszeit auch
darum, die Beschäftigten und ihre gewerkschaftliche Kampfkraft zu
brechen, um - siehe die Forderung nach der 42-Stunden-Woche durch den
Thüringer Ministerpräsidenten Althaus - nachzulegen und
gleichzeitig auch massive Privatisierungen öffentlicher Versorgung
durchzusetzen.
Es droht die Gefahr, dass die
ver.di-Spitze entweder einen faulen Kompromiss durchzieht oder den
Kampf durch ihre zögerliche Taktik mehr und mehr ausdünnt.
Denn für die Unternehmerseite handelt es sich um einen politischen
Angriff.
Dagegen braucht es eine
politische, gesellschaftliche Antwort, dazu muss der Streik als
politische Auseinandersetzung geführt werden! Die
Öffentlichen Arbeit“geber“ können in die Knie gezwungen und
die 38,5 Stunden erfolgreich verteidigt werden, wenn der Streik
ausgeweitet und der Kampf als politischer Kampf geführt wird!
- Ausweitung des Streiks zum Vollstreik im Öffentlichen Dienst!
- Verbindung des Streiks mit
den Kämpfen gegen Schließungen und mit der Tarifrunde der
IG-Metall!
- Offene Verhandlungen, keine
faulen Kompromisse hinter verschlossenen Türen! Kein Abschluss,
keine Streikunterbrechung ohne vorherige Diskussion und Abstimmung
unter den Mitgliedern.
- Streikpostenketten und Aufbau
von Solidaritätskomitees zur Verteidigung des Streiks gegen
Streikbruch!
- Wahl der Streikleitungen und
Tarifkommissionen durch regelmäßige Streikversammlungen, die
den Streikenden rechenschaftspflichtig und von diesen abwählbar
sind!
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Internationalismus
statt anti-türkischen Chauvinismus. Neue Broschüre des
ArbeiterInnenstandpunkt in deutscher und türkischer Sprache
erschienen!
Internationalismus
statt anti-türkischen Chauvinismus
Zur Aufnahme der
EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei:
Weder
imperialistische EU-Erweiterung noch anti-türkischer Chauvinismus!
Für
internationale ArbeiterInneneinheit! Für die europäische
Revolution hin zu den Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa!
Inhaltsverzeichnis
* Die Rivalität der
Großmächte und die Expansionsgelüste der
imperialistischen EU
* Kommt mit der Türkei ein
Unruheherd in die EU?
* Bedeutung für das innere
politische Machtgefüge der EU
* Reaktionäre Gegner des
EU-Beitritt der Türkei
* Interessen der
türkischen Bourgeoisie
* Revolutionäre Taktik
Türkiye-Avrupa Birliği
üyeli müzakerelerine başlanmasının kabulü hakkında karar
Ne AB genişlemesi, ne
Türk düşmanı şovenizm!
Yaşasın işçilerin
uluslararası birliği!
Yaşasın Avrupa Birleşik
Sosyalist Devletleri yolunda Avrupa Devrimi!
* Büyük
Güçlerin Çekişmesi ve Emperyalist Avrupa Birliği’nin
Genişleme Hevesi
* Türkiye’yle birlikte
AB’ye bir kargaşa yığını mı geliyor?
* AB’nin iç politik
iktidar dokusu açısından Türkiye’nin AB’ye katılmasının
anlamı
* Türkiye’nin Avrupa
Birliği’ne katılmasının gerici karşıtları
* Türkiye burjuvazisinin
çıkarları
* Devrimci Taktik
Preis: 2,- Euro
Die Broschüre kann über
unsere Kontaktadresse bestellt werden.
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ArbeiterInnenstandpunkt:
Stiftgasse 8, 1070 Wien
E-Mail: info@arbeiterinnenstandpunkt.net (Achtung: neue e-mail Adresse!)
Tel.: 0650/406 83 14
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Revolution
Stiftgasse 8, 1070 Wien
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Die website der Liga
für die 5. Internationale (LFI): http://www.fifthinternational.org/
Weitere websites der LFI:
http://workerspower.com/
(Britannien)
http://www.arbeitermacht.de/
(Deutschland)
http://www.arbetarmakt.com/
(Schweden)
http://www.pouvoir-ouvrier.org/
(Frankreich)
http://sop.revoluce.info
(Tschechische Republik)