Solidarität mit den kasachischen ÖlarbeiterInnen!

Streikende ÖlarbeiterInnen wurden kürzlich in Kasachstan von der Polizei getötet. In der Stadt Zhanaozen wurde nach dem Massaker an 70 ÖlarbeiterInnen bei den jüngsten Protesten der Ausnahmezustand ausgerufen.

ÖlarbeiterInnen sind seit dem Sommer im Streik und besetzten auch einen Platz in der Stadt, welchen die Polizei mitte Dezember zu räumen versuchte. Die ArbeiterInnen streikten für das Recht sich zu organisieren, für bessere Bezahlung und die Verstaatlichung des Öls in einem Land, das von Nursultan Nasarbajew regiert wird, einem vom Westen gestützten Diktator,.

Kasachstan hat, wie so viele zentralasiatische Staaten, nach dem Fall der Sowjetunion eine liberale Wirtschaftspolitik gefahren und den Markt für ausländische Konzerne geöffnet. Das erlaubte vielen multinationalen Konzernen Profite aus dem kasachischen Erdöl zu ziehen. Die ÖlarbeiterInnen arbeiten unter sehr schwierigen Bedingungen und haben kein Recht auf gewerkschaftliche Organisierung, was mit der Forderung nach besserer Bezahlung und Verstaatlichung der Ölindustrie, eine der Kernforderungen der Bewegung in Zhanaozen war. Die ArbeiterInnen hatten die Schnauze voll von der profitgelenkten Ölindustrie – waren wahrscheinlich auch von den Bewegungen auf der ganzen Welt dieses Jahres inspiriert – und führten eine Platzbesetzung in Zhanaozen durch. Am16.12. als die Polizei auf den besetzten Platz kam um ihn zu räumen, brachen die Auseinandersetzungen aus. Hunderte ArbeiterInnen und andere Protestierende wurden verletzt und, den letzen Berichten zufolge, 70 getötet. Einige Videomitschnitte fanden ihren Weg aus Kasachstan hinaus, obwohl die Regierung alle Kommunikationswege als Teil des Ausnahmezustands kappte.

Nursultan Nasarbajew regierte Kasachstan schon zu Sowjetzeiten und hat nach deren Sturz einfach seine internationalen Freunde getauscht und regiert jetzt mit fast totaler Macht. Mit der Öffnung der kasachischen Ölvorkommen für die westlichen Unternehmen hat der kasachische Diktator Profitinteressen über die Interessen der kasachische ArbeiterInnen gestellt. Chevron ist einer der Hauptprofiteure von kasachischem Öl, das von ausgebeuteten kasachischen ArbeiterInnen gefördert wird. Das Öl könnte prinzipiell dem Land helfen aus dem Elend zu kommen, so dass alle Menschen von dem Reichtum profitierten, aber in der Hand einiger privater Profiteure dient es nur dazu eine kleine Minderheit, genauso wie ausländische multinationale Konzerne, noch reicher zu machen.

Ein wichtiger Faktor ist, dass die ÖlarbeiterInnen einerseits einige kurzfristige Forderungen (wie Verbesserung der Bezahlung oder das Recht sich zu organisieren), aber auch langfristige Forderungen, wie die Verstaatlichung der Ölindustrien, aufstellen. In einem Jahr des Widerstandes und der Aufstände ist es für das Proletariat der ganzen Welt wichtig, sich mit den kasachischen ArbeiterInnen zu solidarisieren und sich ihrem Kampf gegen den globalen Kapitalismus anzuschließen.