Belgrad: Gay Pride verboten

Die Belgrad Pride wurde bereits in vergangen Jahren immer wieder Opfer von Angriffen. Die Angreifer*innen kamen dabei aus rechten / rechtsextremen und religiös-konservativen Kreisen. Letztes Jahr wurde einer der Organisatoren der Belgrad Pride am Tag der Parade in seiner Wohnung krankenhausreif geprügelt. Neben den erfolgten Angriffen auf die Teilnehmer*Innen der Parade zielen die Rechten damit auch direkt auf einzelne Schlüsselpersonen des Organisationsteams ab. Die Angreifer*Innen stützen sich dabei auf die nach wie vor durchaus tief verankerte Idee, dass Homosexualität eine Krankheit wäre, die es physisch zu bekämpfen gilt. Die Repressesionsbehörden des serbischen Staates heizen diese Stimmungen weiter an. Einige Polizeivertreter riefen Polizist*Innen dazu auf, sich für den Tag der Parade krankzumelden, um nicht an deren Schutz teilnehmen zu müssen. Es steht außer Frage, dass sich die Pride-Teilnehmer*Innen nicht auf den Schutz durch die Behörden verlassen können.

Der Bürgermeister Belgrads, Dragan Dilas, hat seine Unterstützung ebenfalls verweigert. Sein Argument ist, dass die Parade ein Risiko für „Eigentum, Mitglieder der homosexuellen Bevölkerung, der Polizeiund BürgerInnen Belgrads“ darstellen würde. Ein Hohn. Das Risiko und die Gefahr gehen von rechtsextremen und konservativen Kreisen aus und nicht von der Parade. Ähnlich wie in Ungarn wird auch in Serbien mit den angeblich nationalen Werten von Religiosität und Familie argumentiert. Laut einem Bericht von Amnesty International hat der Bürgermeister von Jagodina Homosexuelle als „krank“ bezeichnet und sich gegen das Stattfinden der Parade ausgesprochen.

Die für 2. Oktober geplante Pride wurde letztendlich verboten. Damit zeigt die serbische Regierung auf welche Seite sie sich stellt. Aufgrund dieses aktuellen Anlasses veröffentlichen wir hier zwei ältere Artikel, einen allgemeinen zur Geschichte des Christopher Street Day (CSD), den anderen über die Ereignisse rund um die Budapest Pride in diesem Jahr, bei der Aktivist*Innen des ArbeiterInnenstandpunkt dabei waren.